MSK72 Graz
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Das Gasradl in den 80ern

Im Herbst 1981 habe ich von MSK-News-Gründer Schü, der sich damals noch "Rzymann" schrieb,

die Redaktion  übernommen und war bis Ende 1984 für unsere Klubzeitung verantwortlich. Es waren Jahre intensivsten Klublebens mit Highlights wie Gschnasfest, Grazer Motorradball, Grazer Stadttrial, Maxiracing, Orientierungsfahrt, Paracup und Kopfwehtrial beim Sattlerwirt, Bürgeralmausfahrt, Knödelschießen Hütter gegen Gödl, mehreren Hochzeiten von Mitgliedern, usw. Es waren ausgelassene, leider aber auch  von Todesfällen getrübte Jahre. Für die Mehrzahl von uns war es die Sturm-und Drangzeit der Jugendjahre, in denen wir uns bärenstark und unverwundbar wähnten. Bei fast allen ging es beruflich und privat aufwärts, und das Wort "Krise" war nicht Bestandteil unseres Vokabulars.

Im Sport waren die "Gatschhupfer" anfangs  tonangebend, mit Teilnahmen an  Pharaonenrally, Le Touquet, Sardinienrally, Grand Raid usw. Der Klub betrieb in Studenzen eine eigene Motocrosstrainingsbahn und in der Endurostaatsmeisterschaft und im Peter-Finkcup waren zahlreiche MSKler wacker unterwegs, während Fauli in der Straßen-ÖM 1982 mit seinem sensationellen Vizemeistertitel einen Paukenschlag setzte. Im Klub kam es in den 80er-Jahren, beeinflusst vom politischen Aufwind der Grünen und dem aufkommenden Umweltbewusstsein spätestens nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, zu heftigen Grundsatzdiskussionen zwischen den Exponenten der Sportfraktion und den Tourenfahrern. Die Gatschhupfer, ihres tödlich verunglückten Mentors Peter Fink beraubt, beendeten nach und nach ihre aktive Laufbahn. Frischen Wind brachten neue Klubmitglieder, allen voran Mühli und Klampfer Peter, die gemeinsam mit Fauli im Straßenrennsport aufzeigten.

Zahlreiche Klubzeitungsartikel jener Jahre sind geprägt vom meist freundschaftlichen Wettstreit der einzelnen "Fraktionen", manchmal ging der eine oder andere Verfasser aber auch unter die Gürtellinie mit seinen Angriffen auf die "Umweltverpester" respektive die "Tourenwappler". Für mich als Redakteur hieß das Rezept: es wird jeder eingereichte Beitrag gedruckt. Das hat mir einige erboste Anrufe von Sponsorfirmen eingebracht, die uns wegen vermeintlich geschäftsschädigender Beiträge mit dem Entzug ihrer Unterstützung drohten – aber letztlich löste sich jeder Entrüstungssturm in Wohlgefallen auf.

Wenn Ihr die alten Beiträge lest, werdet Ihr also ein wenig von der leidenschaftlichen Auseinandersetzung verspüren, die unsere Suche nach dem "wahrhaften Motorradhelden" damals begleitet hat. Nicht alle Beiträge waren es wert, für den Literaturnobelpreis eingereicht zu werden, aber einen Poeten hatten die MSK-News damals unter ihren Redakteuren, und das war Gert Heide, dessen fünf Artikel unter dem Titel "Zwischen den Speichen" mit zum Besten gehören, das je zum Thema zu Papier gebracht wurde.

Viel Spaß beim Schmökern,

Euer

PeWe

 


MSK-News Nr. 5/80:

S. 8ff: Düsenpeter im Grappaland (PeWe)


 

 

MSK-News Nr.2/81:

S.3: Zwischen den Speichen: Erdachtes und Erlebtes, zum Lesen und Vorlesen ; von Gert Heide   Frühlingserwachen